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Leserbrief zum neuen Energiegesetz

Am 10. Februar 2019 wird über das kan­to­nale Ener­gie­ge­setz abge­stimmt. Haupt­an­lie­gen der Teil­re­vi­sion ist die Über­nahme der revi­dier­ten Mus­ter­vor­schrif­ten der Kan­tone im Ener­gie­be­reich (MuKEn) ins kan­to­nale Recht. Die Mass­nah­men tra­gen zur gesamt­schwei­ze­ri­schen Har­mo­ni­sie­rung und Ver­ein­fa­chung der Ener­gie­vor­schrif­ten bei. Gleich­zei­tig sol­len die Kom­pe­ten­zen der Gemein­den im Gebäu­de­be­reich gestärkt wer­den.

 

Der Grosse Rat hat der Revi­sion des Ener­gie­ge­set­zes zuge­stimmt. Die Ände­run­gen basie­ren auf den Emp­feh­lun­gen der Ener­gie­di­rek­to­ren­kon­fe­renz aller Kan­tone und wider­spie­geln den poli­ti­schen Kon­sens. Gegen das Gesetz hat der Haus­ei­gen­tü­mer­ver­band das Refe­ren­dum ergrif­fen. Die Geg­ner argu­men­tie­ren, es brau­che keine stär­ke­ren gesetz­li­chen Rege­lun­gen, die Haus­be­sit­zer inves­tie­ren von alleine in Ener­gie­spar­mass­nah­men. Diese Annah­men stim­men so nicht. Gemäss einer Stu­die des BFE gehen 60% der Eigen­tü­mer zum Unter­neh­mer, den sie seit je in Anspruch nah­men, auch wenn die­ser in Ener­gie­fra­gen nicht mehr à jour ist. Eine Stu­die des BFE aus dem Jahr 2014 zeigt, dass zwei Drit­tel der Ölhei­zun­gen immer noch durch neue Ölhei­zun­gen ersetzt wer­den. Doch die im Gebäu­de­be­reich gefäll­ten Ent­scheide haben eine grosse Umwelt­wir­kung - wie­derum für meh­rere Jahr­zehnte. Die Ener­gie­stra­te­gie des Bun­des wird gerade für den Gebäu­de­park, mit sei­nem hohem Sanie­rungs­be­darf, nicht zum Selbst­läu­fer. Um die Kli­ma­ziele zu errei­chen, braucht es gesetz­li­che Rege­lun­gen. Denn die Ener­gie­wende ist heute nicht mehr eine Frage der tech­ni­schen und wirt­schaft­li­chen Mög­lich­kei­ten - sie ist viel­mehr eine Frage des gesell­schaft­li­chen Wil­lens.

 

Text: Mar­tin Aeschli­mann Archi­tekt, Gross­rat, Mit­glied Bau- und Pla­nungs­kom­mis­sion des Kan­tons 

 

Votum Schluss­ab­stim­mung Ener­gie­ge­setz im Gros­sen Rat